Zukunftsorientierte Investitionsprojekte des IIP «Jenisseisches Sibirien» wurden auf dem Wirtschaftsforum Krasnojarsk präsentiert

Im Präsentationsbereich des Vereins für die Entwicklung des Jenisseischen Sibiriens wurde eine Reihe von zukunftsorientierten Investitionsprojekten vorgestellt. Es wurden insgesamt 12 Projekte präsentiert, die Vektoren der langfristigen nachhaltigen Entwicklung der Regionen des Jenisseischen Sibiriens – Krasnojarsk, Chakassien und Tuwa – vorzeichnen. Der gesamte Investitionsumfang beträgt 20 Milliarden Rubel.

Potentielle Investoren, föderale und regionale Träger der Infrastrukturförderung, Experten nahmen an den Präsentationen teil und erhielten aktuelle Informationen über die Projekte, die unmittelbar von den Projektteamleitern bereitgestellt wurden.  

Der Entwicklungsleiter des Vereins für die Entwicklung des Jenisseischen Sibiriens Aleksei Nikolaew wies darauf hin, dass der Verein jetzt nicht nur die Betreuung von großen Industrie- und Infrastrukturinvestitionsprojekten gewährleistet, sondern auch die Arbeit an den neuen Projekten zu übernehmen hat, die noch nicht der Bestandteil des IIP „Jenisseisches Sibirien“ sind oder nur noch für Investitionsanträge gelten.

„Wir werden weiterhin die gemeldeten Projekte und Investitionsangebote betreuen, die uns potentielle Investoren und Unternehmen-Initiatoren unterbreiten“, erklärte Herr Nikolaew.

Im Bereich der Gewinnungs- und Verarbeitungsindustrien wurde das Projekt zum Aufbau des Kohlechemischen Betriebs Angarskij präsentiert. Der Gegenstand des aufzubauenden Kohlenveredlungsbetriebs ist die Herstellung von synthetischen Kohlewasserstoffprodukten, wofür die Steinkohle aus der eigenen Rohstoffbasis – der Steinkohlelagerstätte Kokujskoje im Kreis Motygino der Region Krasnojarsk verwendet wird.

Der Generaldirektor der OOO Coal-Consulting (Lizenzträger für die Kohlelagerstätte und Projektbetreiber) Juri Pimanow wies darauf hin, dass die Zunahme der Kohleförderung in der Region (40% aller Kohlevorräte Russlands befinden sich in der Region Krasnojarsk) eine gute Basis für die Entwicklung der Kohlechemie ist, und diese Industrie ebenso gut entwickelte Chemieindustriegruppe, wie Erdölchemie oder Pharmazeutik, werden muss.  Die strategische Bedeutsamkeit des Projekts lässt sich durch zwei Aspekte bestimmen: Umweltschutz und Wirtschaft. Das Projekt erlaubt den Mangel an den Leichtpetroleumprodukten in den nördlichen Kreisen der Region Krasnojarsk abzubauen und den Einsatz umweltschonender flüssiger Kraftstoffe, wie synthetische Brennstoffe, zu stimulieren.

„Ich möchte hinzufügen, dass diese Initiative, einen Kohlechemischen Betrieb im Gebiet Angara aufzubauen, in den Jahren 2015-2016 von der Regierung Region Krasnojarsk schon genehmigt wurde, denn dieser Kohleveredlungsbetrieb ermöglicht den Übergang zur Weiterverarbeitung von Rohstoffen“, betonte Herr Pimanow.    

Der geplante jährliche Rohstoffverbrauch beträgt ca. 500 Tsd. Tonnen Kohle, aus denen ca. 100 Tsd. Tonnen Kohlenwasserstoffprodukten hergestellt werden können. Die Produktion des Kohlechemischen Betriebs, nämlich synthetische Öle, Benzin und Dieselkraftstoff werden zumeist in den nördlichen Kreisen der Region abgesetzt, die unter dem Mangel an Leichtpetroleumprodukten am meisten leiden.   

Am Projekt beteiligen sich auch die USK Sibirjak (20% Projektfinanzierung), SES ENCOAL ENERGY (ein polnisches Unternehmen, das den Entwurf der technisch-ökonomischen Projektbegründung erarbeitet hat), SES Energy Systems Inc. (ein amerikanisches Unternehmen – Lieferant der Kohlevergasungstechnik) und die INFRA (Lieferant der Herstellungstechnik für flüssige synthetische Brennstoffe).

Zwecks der Versorgung des Betriebs sind auf dem rechten Ufer des Angara Flusses der Siedlung Kokuj gegenüber eine 10 km lange Autostraße und eine ca. 30 km lange Freileitung aufzubauen. 

Umfang von herbeizuschaffenden Investitionen: ca. 8,6 Milliarden Rubel, zuzüglich der früheren Kosten und des Umlaufmittelbedarfs; Rückflussdauer: 7 Jahre; Zielmarkt:  Erdölproduktemarkt der Region Krasnojarsk; Eigenmittel: 20% von gesamtem Investitionsbedarf.

Der Entwicklungsdirektor der Gesellschaft „Troizkaja Sol“ präsentierte das Projekt zum Ausbau und Entwicklung des Salzwerks Troizk, das sich im Kreis Tasseewo der Region Krasnojarsk befindet. Die Gesellschaft wurde im Jahr 2017 gegründet und ist die Rechtsnachfolgerin der Saline Troizk, die seit ihrer Gründung im Jahre 1639 eines der ältesten Industriebetriebe in der Region Krasnojarsk ist. Nach der Schätzung des neuen Eigentümers betragen die vorhandenen Salzvorräte umgerechnet auf Fertigerzeugnisse über 1 Milliarde Tonnen.  Zurzeit sind drei Produktionsrichtungen eingeplant: Flüssigsalze und Würzmittel, konzentrierte Hypochlorite und feines Speisesalz „Extra“. Seit November 2018 beliefert die Gesellschaft Troizkaja Sol mit ihren Erzeugnissen die großen Supermarktketten, wie „Komandor“, „Krasnij Jar“ (Krasnojarsk), „Holiday“ (Nowosibirsk) und „Bairam“ (Ufa).

„Jetzt produzieren wir nur flüssige Salze und Würzmittel, zwei andere Produktionsrichtungen stellen sich als unsere Investitionsanträge dar, die wir dem Verein für die Entwicklung des Jenisseischen Sibiriens eingereicht haben. Der Investitionsbedarf beträgt 85 Millionen Rubel für die Produktion von konzentrierten Hypochloriten und 370 Millionen Rubel für den Aufbau eines modernen Salzwerks für die Produktion des feinen Salzes „Extra“ mit einem Produktionsumfang von 15 Tsd. Tonnen pro Jahr. Das Projekt setzt die Beschaffung von 100 neuen Arbeitsplätzen voraus“, erzählte Bogdan Polischtschuk.

Der Generaldirektor der OOO Bentonit Chakassii Wladimir Panteleew präsentierte ein Projekt zum Ausbau der bestehenden Bentonitgranulat-Produktion, die den Bedarf der Schlüsselindustrien der russischen Wirtschaft – Erdöl- und Erdgasindustrie, Atomindustire, Metallurgie und Gießerei – abdecken soll.

Das Unternehmen bleibt seit 50 Jahren der Marktführer auf dem Gebiet Bentonitproduktion (mit 50% Anteil am russischen Bentonitmarkt) und setzt sich zum Ziel, in der nächsten Zukunft auch ausländische Märkte nämlich Japan, Südkorea, Frankreich, Finnland zu erschließen. Das Unternehmen besitzt eine eigene Bentonitlagerstätte mit Tonvorräten von 13 Millionen Tonnen. Aktuell werden die Arbeiten zur Vermehrung von Mineralrohstoffvorräten und Erschließung neuer Lagerstätten in der Republik Chakassien durchgeführt. Der gesamte Investitionsumfang beträgt 780 Millionen Rubel, davon 270 Millionen Rubel wurden bereits in den vorangegangenen drei Jahren investiert. Somit beträgt der aktuelle Investitionsbedarf 510 Millionen Rubel für die Jahre 2019 – 2021, bis die geplante Betriebskapazität erreicht ist. Die Projektrückflussdauer – 5 Jahre.

Wladimir Panteleew hob besonders perspektivische Richtungen für die Entwicklung  der Absatzmärkte hervor, die bei der Projetumsetzung zu berücksichtigen sind. Bentonit ist zwar in der Atomindustrie und Produktion von Bentonitmatten (natürliche Abdichtungen gegen Flüssigkeit und Gase) besonders nachgefragt.

„In erster Linie ist es ein umweltfreundliches Material,  das viele wirtschaftliche Vorteile bietet. Zum Beispiel, eventuelle mechanische Beschädigungen der Dichtungslage werden durch einen Selbstheilungsprozess  wieder sicher abgedichtet. Das Material wird im Bau von Industrie- und Hausmülldeponien statt der teuren importierten Dichtstoffen und Geotextilien eingesetzt. Mit ihren hervorragenden wasseraufnehmenden und absorbierenden Eigenschaften finden Bentonitprodukte Anwendung im Deponiebau und werden als Pufferabdichtungen in den ober- und unterirdischen Lagerungen von radioaktiven und atomaren Abfällen aller Gefährdungsklassen eingesetzt“, betonte Herr Panteleew.

Des Weiteren stellte die Republik Chakassien noch zwei Investitionsprojekte jeweils in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie vor. In einem Projekt handelt es sich um die Einrichtung einer Produktion von Beerenrohstoffen aus Sanddorn- und Heckenkirschenzuchtsorten in einem landwirtschaftlichen Betrieb unter der Leitung von Sergei Bachtin im Kreis Askis. Das andere Projekt umfasst den Bau einer Wurst- und Fleischkonservenproduktion im Industriepark Tschernogorskij. Als Projektinitiator tritt die OOO Tschernogorskij agropromyschlennij komplex“ (Deutsch: OOO Agrarindustriekomplex Tschernogorsk) auf. Die Höhe des Investitionsbedarfs beträgt jeweils 685 Millionen Rubel und 227 Millionen Rubel für fünf Jahre bis zur Erreichung der geplanten Betriebskapazitäten. Beide Projekte sind Priorität der sozialwirtschaftlichen Entwicklung der Republik Chakassien.

„Wir planen den Anbau eines Beerengartens mit einer Fläche von 1.000 Hektar, der mit  einem israelischen Tropfbewässerungs- und Fertigationssystem (Düngung jedes Beerenstrauchs über die Tropfschläuche) ausgestattet sein wird. Die Aberntung von Beeren wird mit Beeren-Erntemaschinen erfolgen. Dank der innovativen Tiefkühlungstechnik gehen Vitaminen und Nährstoffe der Beeren nicht verloren. Gemäß dem Produktionsplan erreicht die Beerenrohstoffproduktion zum dritten Projektjahr den Umfang von 540 Tonnen Beerenrohstoffe mit der Zunahme des Produktionsumfangs auf 6.676 Tonnen Beerenrohstoffe zum fünften Projektjahr. Nach unserer Einschätzung wird das gesamte Erlösvolumen für fünf Projektjahre 1 Milliarde 800 Millionen Rubel betragen“, berichtete Sergei Bachtin.

Der Leiter des Projekts „Aufbau des Konservenbetriebs im Industriepark Tschernogorskij“ Igor Tschumakow erzählte, dass die bestehende Fleischkonservenproduktion unter der bekannten Marke „Abakanskaja Tuschenka“ dem Projekt zugrunde liegt.

Der Kulturminister der Republik Chakassien Leonid Eremin präsentierte das Projekt zur Einrichtung der ganzjährigen Touristen- und Erholungsanlage Podnebessje mit dem Zentrum im Dorf Balyksa, wo Schorzen, eines der zahlenmäßig kleinen sibirischen Stammvölker, leben. Das Projekt umfasst Sanierung der Autostraßen, Bau der Skisportstation Terensug und der Balyksa-Kasyr-Schmalspurbahn. Der Touristenstrom wird voraussichtlich auf 500 Tsd. Menschen pro Jahr steigern. Der Investitionsbedarf beträgt 5 Milliarden Rubel.

Im Bereich Tourismus wurde auch das Investitionsprojekt „Nationaler Ethnopark „Kinder eines Flusses“ präsentiert. Der Projektinitiator, Direktor der Gesellschaft Modul-Stroj Ewgenij Samsygin fing seine Präsentation mit einer Reihe von Videoaufnahmen an, die in verschiedensten Ecken des unübersehbaren Jenisseischen Sibiriens gemacht wurden – vom Oberstrom des Jenissei Flusses in Tuwa bis der Mündung des Flusses  in Taimyr.

„In unserem Projekt wollen wir einen Kulturraum mit allen Besonderheiten des Jenisseischen Sibiriens einrichten, das Projekt ist ziemlich ehrgeizig, weil wir planen, die gesamte Fläche der Regionen Krasnojarsk, Chakassien und Tuwa, und das ist zwar ca. 25 Mio. qkm, in einen Park zu „übertragen“ und alle wichtigen Alltags- und Kulturmerkmale sowie Architektureigenschaften und die bedeutenden Sehenswürdigkeiten jedes Stammvolks abzubilden und zu hüten. Mit dem Nationalen Ethnopark „Kinder eines Flusses“ können wir Wissen und Gedenken der nationalen Kultur und Geschichte den Folgegenerationen wie nationale Erbe und eine Art des Testaments übergeben“, berichtete Ewgenij.

Die Infrastruktur wird den Besuchern interaktive Spielplätze bieten, die den Festungen Jenisseisk und Krasnojarsk, nördlichen Stammvölkern, Tunguska-Meteorit in Ewenkien, Putorana-Plateau in Taimyr, Tal der Zaren, Skythen-Grabhügel Arschan-II und Hütten von Todschin-Rentierzüchtern (Tschumen) in Tura, Sajano-Schuschensker Damm, Grabhügel Salbykskij und uraltem Observatorium Sunduki in Chakassien gewidmet sind.  An diesen interaktiven Spielplätzen können Besucher sich mit dem Alltag von nördlichen Stammvölkern inkl. Huski- und Rentierschlittenfahrten, Handwerken, Ähneln, traditionellen Spielen und Bräuchen, nationalen Gerichten der Stammvölker des Jenisseischen Sibiriens bekannt machen. 

Der Investitionsumfang beträgt 700 Millionen Rubel mit dem Umsetzungstermin 2019 – 2027. Jede Region wird sich an der Einrichtung der eigenen Kulturbereichen im Ethnopark beteiligen. Der Ethnopark wird als Zentrum für Familienerholung mit Bildungs- und Kulturschwerpunkt geplant.

Als Zusammenfassung des Tourismuspotentials des Jenisseischen Sibiriens präsentierte der Direktor der Gesellschaft SK-Invest Sergei Iwanow das Projekt des Tourismus-Clusters „Sibirskoje Diwnogorje“, das im Rahmen des Programms „Die strategische Entwicklung der Stadt Diwnogorsk“ erarbeitet wurde. Tourismus wird von diesem strategischen Programm als vorrangige Entwicklungsrichtung angesehen.  Das Projekt sieht folgende Maßnahmen vor: Entwicklung von bestehenden Touristenattraktionen mit Schwerpunkt Landeskunde und dem Wasserverkehr über den Jenissei Fluß und den Stausee Krasnojarsk, Einrichtung von Fußgänger- und Fahrradwegen, Parkanlagen und Aussichtsterrassen, Bau einer Seilbahn über den Jenissei Fluß vom Kai der Stadt Diwnogorsk an, Rekonstruktion der Kirche des 19.Jahrhunderts in der Klause Snamenskoje, Bau einer Kosaken-Festung und eines Museums, in dem die Kultur, Geschichte und Architektur der vom Stausee Krasnojarsk überfluteten Dörfern vertreten sein werden. Die Höhe des Investitionsbedarfs beträgt ca. 10 Milliarden Rubel.